Peter Z.Malkin

    Peter  Z. Malkin- Maler, Poet, der Adolf Eichman fing

    Die Galeristin, Dr. Renita Schnorr,  freut sich Ihnen die Eröffnung der Ausstellung  des Israelischen Künstlers, Peter Z. Malkin, in der Galerie Am Rathaus, in Berlin-Schöneberg ankündigen zu können.
    Sie werden imaginäre  und realistische Bilder in expressiven Farben  erleben, die Sie nie vergessen. Mir ging es so, als ich in den neunziger Jahren von einem der bekanntesten Kuratoren  von Kalifornien (Jerry Emanuel) ein Bild von Malkin in San Francisco zu sehen bekam.
    Bald hatte ich Peter Z. Malkin  persönlich kennengelernt und konnte von diesem Zeitpunkt an seine künstlerische Arbeit begleiten.
     2005 wollten wir seine Bilder in Berlin ausstellen, doch es kam nicht mehr dazu. Der Tod überraschte ihn zu früh und unerbittlich.
    Am 11.Mai  2000 sah ich bei meinem Besuch auf seiner Staffelei in seinem New Yorker Atelier sein neustes Bild, „broken dream“, es war noch feucht und roch nach Farben. Ich war fasziniert.
    Er brachte Rotwein und lachte: „ Heute ist ein besonderer Tag,  siehst du die Handschuhe auf dem Bord, genau vor 40 Jahren habe ich Eichmann damit gefasst.“
    Er konnte  frei darüber sprechen, und er tat es gern, denn er hatte fast zwanzig Jahre schweigen müssen. Nur einmal hatte er in diesen Jahren seine Verpflichtung des Schweigens gebrochen. Es war am Sterbebett seiner Mutter, ihre Augen waren geschlossen. Bisher hatte er sie belügen müssen.
    „Mama, Fruma ist gerächt worden, ich war es, der Adolf Eichmann gefangen hat.“ Er sagte es ihr noch einmal ins Ohr.  
    Aber plötzlich drückte die Sterbende seine Hand. „ Hast du verstanden, Mama, ich habe Eichmann gefangen“ Jetzt öffneten sich ihre Augen ein letztes Mal: „Ja“ brachte sie hervor „ich habe verstanden.“
    Wer war Peter Z. Malkin?

    Geboren in eine große jüdische Familie, verbrachte er seine frühe Kindheit
    in einem kleinen Ort (Zolkiewka) in Polen.
    1933 wanderte ein großer Teil der Familie nach Palästina aus.  Seiner älteren Schwester Fruma und deren Familie war die Ausreise nicht mehr gelungen.  Sie wurden alle 1941 von SS- Männern ermordet.  Malkin hat es später erfahren.  Er hat lebenslang schwer daran getragen, denn er liebte Fruma  und  deren Kinder über alle Maßen.
    In Palästina ging er schon 1939 zur Haganah, der Untergrundarmee, die für die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina kämpfte. Er hatte sich in der Armee zum Sprengstoffexperten entwickelt. Nach der Unabhängigkeit wurde er Agent des Israelischen Geheimdienstes, Mossad.
    Er gehörte  zum Sonderkommando des Israelischen Geheimdienstes, das Adolf Eichmann, die Symbolfigur der „Endlösung“ der Judenvernichtung, 1960 in Argentinien aufspürte, fing und nach Israel entführte. Adolf Eichmann wurde nach achtmonatigem öffentlichem Prozess 1962 in Tel Aviv hingerichtet.
    Die Tage und Wochen in Buenos Aires vor und nach der Gefangennahme von Adolf Eichmann waren geprägt von ungeheurer Anspannung, auch des Hasses und in gewisser Weise von Hilflosigkeit.
    In seinem Buch:“ Eichmann in my Hands“ schildert er ausführlich die schweren
    und bitteren Stunden und Tage.
     Er schrieb, er malte, er zeichnete auf Landkarten, auf Fahrpläne, auf  Formulare, auf irgendwelches Papier. Sein Argentinischer Reiseführer wurde zu seinem Skizzenbuch. So entstanden schockierende Bilder und Zeichnungen von Nazimördern, vom ewig Verlorenen, die anklagen und erinnern.
    Nach seiner Rückkehr aus Südamerika war seine künstlerische Periode noch stark von der Gefangennahme Adolf Eichmanns und von den Erinnerungen an seine im Holocaust ermordete Familie geprägt.  Es fand seinen Niederschlag in  „The  Argentina Journal“.
     Später lebte Malkin in Frankreich, er malte in verschiedenen Stilen, beeinflusst von den Impressionisten, die er sehr bewunderte. Es entstanden farbenprächtige Bilder, die expressionistisch, gleichzeitig realistisch surrealistisch scheinen. Immer wieder zeigte er Menschen, Gesichter, einzeln, paarweise oder in Gruppen in bunt leuchtenden Farben, die erfüllt sind von  Lebensfreude und Traurigkeit,  von Liebe und Hass, von Hoffnung und Enttäuschung, so wie sie das Leben zeichnet.
    Nach seiner Pensionierung lebte er in Tel Aviv und New York.
    2002 hat Peter Z. Malkin seine Eindrücke, unbearbeitete Tagebuchnotizen, Aufzeichnungen aus der Zeit der Eichmann-Aktion in dem Buch
     „ The Argentina Journal“  zusammengefasst.
    Der zweite Band  der Edition trägt den Titel: „Casting Pebbles On The Water With A Cluster  of Colors“
    (Copyrith 2002 Peter Z. Malkin and Victor Weiss, Editor: Patricia G. Ambinder).
    Der Band Casting Pebbles On The Water With A Cluster  of Colors“
    Ist wesentlicher Teil des Spätwerks von Peter Z. Malkin. Er dokumentiert Eindrücke des rastlos Reisenden über den Globus in Bildern und Notizen.
    Der harte ehemalige Mossad-Mann tritt uns in seinen poetischen eingestreuten Passagen als tief empfindender Humanist und Mittler der Versöhnung der Israeli und Palästinenser entgegen. Diese Poesie ist für mich der tiefste Ausdruck seiner Menschlichkeit, die ihn für immer ein Denkmal unter den Großen dieser Welt setzt.
    Er sagte: „Schreiben und Malen ist das gleiche für mich“,
    Die Galerie Am Rathaus präsentiert Bilder, Drucke, Kollagen und Bücher des Künstlers, Politikers und Menschen: Peter Z. Malkin
    Ausstellungseröffnung: 07.11.08,  18 Uhr und 08.11.08,  11 Uhr
    Ausstellung vom 07.11.2008- 30.01.2009, Di, Do, Fr, 15-18 Uhr
    T.:030/ 81 46  14 09 Fax: 030/ 81 46 14 11
    e-mail: galerie.renita@gmail.com, www.kunstgalerie-berlin.eu


                                                                                              



     

     

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